Tram 21 auf Stammstrecke belassen!

Willkommen auf der neuen Webseite des Ideenaufruf Zukunft Ostkreuz. Im Vordergrund steht momentan das Planfeststellungsverfahren für die Umleitung der Tram 21 von der Boxhagener Straße durch die Holteistr. und Sonntagstraße und über den Bahnhofsvorplatz. Hier sind viele Einsprüche bis zum 16.2.2018 notwendig!

  • Mit diesem Vorhaben würde sich der Kiez gravierend verändern. Die neue Straßenbahn ist noch einmal breiter, länger, wesentlich schwerer (40-50 Tonnen) und lauter geworden, das sind ausgewachsene Züge. Diese gehören in Hauptstraßen (wie die Boxhagener Straße) und wenn möglich in eigene Gleisbetten. Dort sind sie auch schneller und weniger gefährlich.
  • Die Sonntagstraße ist eine Wohnstraße mit einem ganz besonderen Flair. Dieses würde durch die ständigen “Ereignisse” der Zugdurchfahrten leiden. Auch die Nutzung des stark frequentierten Bahnhofsvorplatzes würde durch die Bahnüberquerung oft schwierig.
  • Die Fahrgeschwindigkeit wäre durchweg niedriger als auf der Stammstrecke, die Störungsanfälligkeit wird größer. Zudem kommt eine weitere Haltestelle sowie über 200 Meter Streckenlänge dazu, die Fahrzeit steigt insgesamt.
  • Eine unzumutbare Situation entstünde in der Holteistraße. Zur bereits jetzt lärmenden Abbiegung der Tram 13 kämen noch zwei weitere Abbiegungen dazu. Zukünftig würde es also dreimal Kurvenquietschen auf nur 200 Meter Straßenlänge geben – für ein Wohngebiet ist das beispiellos!
  • Der Wegfall von rund 170 Parkplätzen stellt in der Realität ein gewichtiges Problem dar, auch wenn unsere Initiative das nicht in den Vordergrund stellen will. Wir wollen eine Stadt weitgehend ohne Autos und auch ohne die Tramverlegung sollten Stellplatzreduzierungen zugunsten z.B. Fußgängerüberquerungen, Fahrradparkplätze und Außengastronomie stattfinden.
  • Das Gutachten der BVG-Tochergesellschaft VCDB (angeblich unabhängig) fiel streitbar aus und wurde von unserer Initiative intensiv untersucht und neubewertet. Die Umleitung der Tram 21 durch das Wohngebiet fiel bei näherer Betrachtung nicht mehr so positiv aus. Kommentiertes Gutachten HIER

Die Alternative

Als Alternative sehen wir die Verlegung der Tramhaltestelle Marktstraße vor die Jugendherberge. Von dort aus könnte man den Bahnhof Ostkreuz auf kurzem Weg (rund 150 Meter) erreichen. Vorteil: Die Jugendherberge und die weiteren City-Nutzungen auf der Boxhagener Straße sind weiterhin an den ÖPNV angebunden – und werden nicht abgehängt.
Anstatt den Kiez jahrelang umzupflügen und 12 Millionen Euro und mehr auszugeben,  könnte die einfache Verlegung einer Haltestelle nah ans Ostkreuz ausreichen.
Eine weitere Alternative bleibt auch die von uns in der Vergangenheit eingebrachte Anbindung der Tram 21 ans Ostkreuz mittels Spitzkehre, einer Art Kopfbahnhof unter der Ringbahnbrücke. Die Alternative wurde im Gutachenvergleich intensiv untersucht: Kommentiertes Gutachten HIER
Es besteht die Möglichkeit eines zeitlichen Maßnahmeplans: Zunächst wird der Bahnhof Ostkreuz fertiggestellt, die Tramhaltestelle verlegt und ein schöner Fußweg angelegt. Nach einiger Zeit wird die Akzeptanz und Kundenzufriedenheit ermittelt und auf dieser Grundlage über das weitere Vorgehen entschieden. Wird eine direkte Anbindung zwingend notwendig, kann die Tram durch die Sonntagstraße verlegt oder eine Spitzkehre eingerichtet werden.

Es gibt viele gute Gründe, das Projekt zu stoppen. Deshalb ist Ihr persönlicher Einspruch wichtig, auch vor dem Hintergrund einer späteren Klage.

Was muss formal beachtet werden?

Jeder Betroffene kann nur bis zum Ende der Einspruchsfrist Einwendungen gegen das Vorhaben vorbringen.

  • Einspruchsfrist: bis spätestens 16.2.18 muss der Einwand hier eingegangen sein:

Senatsverwaltung für Umwelt, Verkehr und Klimaschutz, IV E 3
Am Köllnischen Park 3, 10179 Berlin

Fax.Nr.: 9025 1057

  • Die Unterlagen und Pläne können noch bis zum 2.2.18 hier eingesehen werden:

Bezirksamt Lichtenberg von Berlin
Stadtentwicklungsbereich, Fachbereich Stadtplanung
Alt-Friedrichsfelde 60, Haus 2, Raum 1210A
10315 Berlin

  • Alle Unterlagen und Pläne finden sich auch online hier:

http://www.berlin.de/senuvk/verkehr/politik_planung/planfeststellungen/de/oepnv/bekanntmachung1.shtml

Eine E-Mail ist als Einwenung nicht ausreichend!

Das rechtsstaatliche Verfahrensrecht sieht eine Beteiligung der Bürger vor und gibt den Bürgern die Möglichkeit, ihre Rechte zu wahren.

Dies geht nur in einem sehr engen Zeitraum. Mit Beginn der Planauslegung müssen Sie innerhalb von sechs Wochen (vier Wochen Auslegungsphase plus zwei weitere Wochen Einspruchsfrist) mit Ihrer schriftlichen Einwendung Ihre Ansprüche geltend machen für den Fall, dass Sie eine Betroffenheit haben oder eine andere Lösungsmöglichkeit vorschlagen können.

Wenn Sie in dieser Zeit keine Einwendung erheben, können Sie später keine Rechte mehr geltend machen! Selbst wenn sich die Gesetzeslage später zu Ihrem Vorteil verändern sollte.

Wer kann Einwendung erheben?

Alle Bürgerinnen und Bürger, die sich in irgendeiner Weise betroffen fühlen. Das bedeutet: Jeder ab 7 Jahren darf eine eigene Einwendung erheben, Eltern in Vertretung für ihre Kinder unter sieben Jahren. Anlieger (auch Mieter und Pächter von Grundstücken, künftige Erben, Vereine), aber auch Firmen und Gewerbetreibende, Arbeitnehmer, Schüler sowie Bahnfahrer sollten daher auf jeden Fall individuell Einwendung erheben. Denn es ist die letzte Möglichkeit, auf die Planung Einfluss zu nehmen!

Dabei spielt es keine Rolle, ob die Gründe, die Sie dazu ins Feld führen, von anderen geteilt werden oder nicht. Falls die Bahn Ihren sonntäglichen Verdauungsspaziergang oder das „Gassi gehen“ mit Ihrem Hund verhindert oder Sie Angst vor der Verschmutzung des Trinkwassers, Lärm oder sonstiger Gefährdung Ihrer Gesundheit haben…alles sind legitime und wichtige Gründe und sollten von Ihnen in Ihrer Einwendung unbedingt vorgebracht werden.

Es spielt auch keine Rolle, ob die Planfeststellungsunterlagen in Ihrer Gemeinde ausliegen oder nicht (sie also u.U. gar nicht in dem Bereich der Sonntagstr. wohnen). Entscheidend ist alleine die subjektive persönliche Betroffenheit durch das Vorhaben, welche beispielsweise auch besteht, wenn das Vorhaben Ihren Arbeitsweg oder den Besuch von Verwandten oder Freunden verlängert oder erschwert.

  • Filme zum Thema Ostkreuz und Tram 21

Sonntagstrasse

Trambahn? Notbremse!Da die Debatte um die Tram 21 wieder aktuell ist (Letzter Termin: 15.02.2018) posten wir heute nochmal unser Video von 2012. Die Bewohner die wir damals getroffen haben, waren fast einstimmig gegen die Tram durch die Sonntagstrasse. Wie ist es heute? Ist eine Tram ein zeitgemässes ÖV? Warum kann das Kopfsteinpflaster nicht erhalten bleiben? Würde es nicht reichen, wenn ein Gleis durch die Strasse führt? Alle Umbaumassnahmen sollten berücksichtigen, dass die Strasse auf Jahrzehnte hinaus das Tor zum Ostkreuz sein wird. Die Strasse hat durch die Lage und die beiden Parks langfristig eher das Potential für eine Fussgängerzone, als für eine Durchfahrtstrasse. Es ist wichtig, dass dies ausreichend berücksichtigt wird – und da es das nicht wird – sind wir auch nach sechs Jahren noch gegen die Tram!Gute Stadtplanung ist leider keine Eigenschaft mit der sich Berlin brüsten kann. Der Palast der Republik, Living Levels oder das Shopping Center an der Warschauerstrasse sind Beispiele für Dummheit, Korruption und ideologische Entscheidungen.Falls also Tramgleise durch die Sonntagstrasse gelegt werden, dann nur mit dem klar formulierten Ziel, die Situation insgesamt und langfristig zu verbessern. Natürlich für die Bewohner der Strasse, aber auch für den Kiez insgesamt. Wie soll es hier in 20 Jahren aussehen? Es wird weniger Autos geben und das Ostkreuz wird ein wichtiges Zentrum sein. Nach und nach kann der Annemirl-Bauer-Platz mit der Ladenzeile gegenüber verschmelzen und zu einem großen Freiraum werden. Diese Entwicklung kann man unterstützen, wenn man die Sonntagstrasse verkehrsberuhigt. Eine Tram die durch eine autofreie Fussgängerzone fährt, könnte eine attraktive Alternative sein. Die Anmutung der Sonntagstrasse aber insgesamt zu verändern und neben den Autos noch eine Tram durch die Strasse fahren zu lassen, dass wird ein lebendiges Strassenleben verhindern. Moderne Bahnhöfe werden in die Kiez-Struktur eingebunden. Es hat sich gezeigt, dass Bahnhöfe dazu tendieren zu “veröden” – was das bedeutet, kann man am Frankfurter Bahnhof der 90er sehen oder in Ansätzen am Südkreuz. Das Ostkreuz ist durch die offene Seite zur Sonntagstrasse in einer gute Ausgangslage – da wirkt die aktuelle Planung wie ein Konzept aus dem letzten Jahrhundert. Eine langfristige Vision scheint zu fehlen! Daher hoffen wir, dass möglichst viele Leute – nicht nur die Anwohner – dem Aufruf der Initiative folgen. Erst wenn die aktuellen Pläne verhindert werden, kann man über eine behutsame Kompromisslösung sprechen.Viel Glück!Gregor Hutz / Sonntagstrasse 26

Posted by Sonntagstraße on Samstag, 27. Januar 2018